Staatsmedaillen
Ohne Ehrenamt geht nichts: Staatsmedaillen an drei verdiente Persönlichkeiten überreicht

(15.07.2025) Heidenheim, Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen - Gleich drei Staatsmedaillen auf einen Streich hat es an verdiente Persönlichkeiten aus dem Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen für ihr langjähriges Ehrenamt gegeben. Wolfgang Neukirchner, Leiter des Amts für Ländliche Entwicklung Mittelfranken, überreichte im Namen von Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber die Auszeichnungen. Werner Dorner aus Enhofen (Gemeinde Ettenstatt), Beate Schlicker aus Cronheim (Stadt Gunzenhausen) und Edeltraud Stockmann aus Heidenheim freuten sich über die Ehrungen für ihren unermüdlichen Einsatz. Das Kloster Heidenheim gab der rund eineinhalbstündigen Veranstaltung den passenden Rahmen. Mit dabei waren auch Landtagsabgeordneter Helmut Schnotz, Landrat Manuel Westphal, Gunzenhausens Bürgermeister Karl-Heinz Fitz, Heidenheims Rathauschefin Susanne Feller und Ettenstatts Bürgermeister Wilhelm Maderholz.

Die für die Dorferneuerung zuständige Pflanzmeisterin Edeltraud Stockmann setzte unter anderem federführend die Begrünung eines rund 120 Meter langen Fußwegs entlang des Gießbachs mit Blick aufs Heidenheimer Kloster um und kümmert sich bis heute liebevoll um die Pflege. Seit 2005 ist Edeltraud Stockmann der grüne Daumen der Marktgemeinde. „Jeder Baum und jeder Strauch ist durch meine Hände gegangen“, verriet sie. Edeltraud Stockmann freut sich, was sich während der Dorferneuerung alles getan hat. Ihr Antrieb: Heidenheim. „Die Arbeit habe ich nur für unser Dorf gemacht, ob es dafür eine Medaille braucht, weiß ich nicht. Aber ich finde sie schön und nehme sie auch sehr gerne an“, stellte Edeltraud Stockmann auf der Verleihung im Kloster fest. „Wenn ich mein Heidenheim sehe – wie es lebt – das ist für mich Medaille genug.“ Neben ihrem Engagement für die Begrünung der Marktgemeinde ist Edeltraud Stockmann auch Gründungsmitglied im Freundeskreis „Kloster Heidenheim am Hahnenkamm“. und ist seit zehn Jahren Beisitzerin in dem Verein. Zudem unterstützt sie seit vielen Jahren die Veranstaltungen in dem ehemaligen Benediktinerkloster aktiv. Ihre politische Laufbahn umfasst eine Amtszeit als Gemeinderätin von 2008 bis 2014.
Beate Schlicker aus Cronheim, einem Ortsteil von Gunzenhausen, brachte sich in die Dorferneuerung aktiv mit ein – ganz besonders für ihr „Herzensprojekt“, wie sie es nennt: das Jugendhaus. Das in Holzbauweise errichtete Gebäude steht seit drei Jahren auf dem Gelände der alten Ziegelei und ist der krönende Abschluss der Dorferneuerung. „Ich finde ein Dorf, das nicht mehr zusammenkommt, lebt nicht mehr. Wenn es keine Gemeinschaft mehr gibt, dann geht jeder auf seine Arbeit, sitzt in seinem Garten und das war es“, sagte Beate Schlicker nach der Staatsmedaillenübergabe. „Wir brauchen in Dörfern einfach Orte, um zusammenzukommen. Das motiviert mich und ist mein Antrieb.“ Seit 1988 lebt Beate Schlicker in Cronheim, den ersten Kontakt in der neuen Heimat hatte sie zum Sportverein, seit über 20 Jahren ist sie Vorsitzende. Seit 2014 gehört sie dem Stadtrat von Gunzenhausen an – erst als Ortssprecherin, vor zwei Jahren rückte Beate Schlicker als reguläres Mitglied nach.
Werner Dorner aus Enhofen, einem Ortsteil von Ettenstatt, ist der dritte im Bunde der neuen Staatsmedaillenträger. Er ist seit über 20 Jahren Mitglied im Vorstand der Teilnehmergemeinschaft Ettenstatt: Dadurch trug er maßgeblich zur Flurneuordnung und Dorferneuerung in Ettenstatt, Enhofen und Burg bei. Zudem ist Werner Dorner landwirtschaftlicher Sachverständiger für die Ländliche Entwicklung. „Mir macht die Arbeit einfach Spaß und als ein Posten zu vergeben war, habe ich mich sofort bereit erklärt“, erzählte Werner Dorner. Außerdem übt er als Siebener eines der ältesten Ehrenämter in Bayern aus. Feldgeschworene gelten als Hüter der Grenzen. Schon der Großvater von Werner Dorner war Obmann der Siebener, danach folgte sein Vater und schließlich übernahm der Geehrte selbst das Ruder. „Der Siebener bleibt normalerweise im Haus“, stellte der Staatsmedaillenträger fest. Ein paar Jahre war der Landwirtschaftsmeister auch Vorsitzender der Jagdgenossenschaft und er ist Mitglied im Schützen- und Männergesangsverein.
Wolfgang Neukirchner, Leiter des Amts für Ländliche Entwicklung Mittelfranken unterstrich, dass die Ländliche Entwicklung auf Freiwilligkeit, Mitgestaltung und Bürgernähe basiere. Gerade deshalb sei das Ehrenamt von unschätzbarem Wert. Ingo Steinbrecher, der für den Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen zuständige Abteilungsleiter beim Amt für Ländliche Entwicklung Mittelfranken, hielt die Laudationen auf die drei Staatsmedaillenträger und unterstrich ihr außergewöhnliches Engagement. Landtagsabgeordneter Helmut Schnotz, Landrat Manuel Westphal und Gunzenhausens Bürgermeister Karl-Heinz Fitz, der für seine Kollegen aus Heidenheim und Ettenstatt das Grußwort übernahm, betonten die Wichtigkeit des Ehrenamts, ohne „das es nicht funktioniert“, darin waren sich alle drei Politiker einig. Seit vielen Jahren würdigt der Freistaat Bayern Persönlichkeiten mit der Staatsmedaille. Diese hohe Auszeichnung verleiht Bayern für Verdienste im Bereich der Ländlichen Entwicklung. Insgesamt sieben Staatsmedaillen gehen in diesem Jahr nach Mittelfranken – zwei Medaillen warten Mitte September noch auf ihre neuen Träger.

Fotos: Amt für Ländliche Entwicklung Mittelfranken, Abdruck honorarfrei