ILE
Studierende schauen sich gute Beispiele aus der Praxis an
19.01.2026 Lehrberg, Landkreis Ansbach – Studentinnen und Studenten der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf haben in den Gemeinden der kommunalen Allianz NorA spannende Projekte der interkommunalen Zusammenarbeit erkundet. Am Badeweiher in Lehrberg empfingen Bürgermeisterin Renate Hans zusammen mit Umsetzungsbegleiter Sebastian Merfort die Studierenden, Prof. Dr. Jennifer Gerend, Studiendekanin des Masterstudiengangs Regionalmanagement, Studiengangs-Assistentin Barbara Stiegler sowie die beiden Hochschul-Dozenten Marlene Huschik und Christoph Kalender vom Amt für Ländliche Entwicklung Mittelfranken. Klaus Hochreiner ist in der Behörde für die Integrierte Ländliche Entwicklung (ILE) NorA zuständig.
Am Badeweiher in der Marktgemeinde Lehrberg locken ein Mehrgenerationenspielplatz große und kleine Besucher, Entspannungsliegen laden zu einer Ruhepause ein – das Regionalbudget ermöglichte einige der Attraktionen am Gewässer im vergangenen Jahr. Dann ging es weiter nach Flachslanden zu Bürgermeister Hans Henninger. Er führte die Exkursionsteilnehmer durch den NorA-Bürgerwindpark und in eine Anlage selbst, um ihr Innenleben zu erkunden. Seit dem Jahr 2004 sind in der NorA die fünf Gemeinden Oberdachstetten, Rügland, Lehrberg, Flachslanden und Weihenzell zusammengeschlossen. Der Bürgerwindpark ist ein Meilenstein in der kommunalen Kooperation. Schon im Jahr 2016 war es den Gemeinden wichtig, eine verträgliche Planung für die Umwelt und vor allem für ihre Bürgerinnen und Bürger zu ermöglichen. Das Projekt zeigt eindrücklich, wie beim Ausbau der regenerativen Energien regionale Wertschöpfungsketten entstehen. Ein weiteres Regionalbudget-Projekt wartete in Weihenzell mit der Kneipp-Anlage. Bürgermeister Gerhard Kraft empfing den Besuch an dem Tretbecken, das seit dem Jahr 2023 den Stoffwechsel von Bürgern, Gästen und Jakobspilgern anregt und die Durchblutung verbessert. Rüglands Bürgermeister Wolfgang Schicktanz begrüßte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Kletteranlage im Ortsteil Rosenberg. Auch in diesem Fall griff das Regionalbudget der Gemeinde finanziell unter die Arme.
Viel haben die fünf Kommunen in den vergangenen Jahren schon erreicht: beispielsweise den Regionalmarkt, Streuobsttag, Bürgerbus oder eine gemeinsame Freizeitkarte. Auch beim beliebten Regionalbudget arbeiten die Gemeinden Hand in Hand und entscheiden, welches Projekt den Zuschlag bekommt. Das Regionalbudget unterstützt Projekte von Kommunen, Vereinen oder Privatleuten in Gemeinden und Städten, die in Integrierten Ländlichen Entwicklungen zusammenarbeiten. Dabei geht es beispielweise um die Daseinsvorsorge, Unterstützung des bürgerschaftlichen Engagements, bessere Lebensverhältnisse im ländlichen Raum oder den Klima- und Umweltschutz. Der Zuschuss vom Amt für Ländliche Entwicklung Mittelfranken beträgt bis zu 90.000 Euro jährlich – je nach Größe der Integrierten Ländlichen Entwicklung. Bei den Regionalbudget-Projekten sind bis zu 80 Prozent an Förderungen möglich.
Die beiden Dozenten Marlene Huschik und Christoph Kalender freuten sich am Ende der Exkursion über einen gelungenen Tag vollgepackt mit guten Beispielen aus der Praxis. „An der Hochschule haben wir schon viel in der Theorie vorgestellt, was unsere Arbeit und Instrumente ausmacht: Integrierte Ländliche Entwicklung, Dorferneuerung und Flurneuordnung. Die kommunale Allianz NorA verdeutlicht anschaulich die vielfältigen Chancen der Integrierten Ländlichen Entwicklung, die ländlichen Räume zukunftsfähig aufzustellen und dabei Ressourcen zu bündeln“, so die beiden Hochschuldozenten.