Dorferneuerung
Treffpunkt für alle Generationen: Urkunde für Millionenprojekt in Wald überreicht
(03.02.2026) Gunzenhausen, Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen – Die Bagger rollen zwar noch nicht, aber die Pläne für das Dorf- und Familienzentrum im Ortsteil Wald liegen fertig auf dem Tisch. In diesem Jahr soll der Bau des Treffpunkts für alle Generationen losgehen. Gesamtkosten: rund 6,8 Millionen Euro. Im historischen Markgrafensaal im Haus des Gastes in Gunzenhausen überreichten Behördenleiter Wolfgang Neukirchner und Abteilungsleiter Ingo Steinbrecher vom Amt für Ländliche Entwicklung Mittelfranken an Bürgermeister Karl-Heinz Fitz die Einleitungsurkunde für die projektbezogene Einfache Dorferneuerung in Wald. Zur feierlichen Übergabe kamen Vertreter aus der Politik, Kirche, Dorfgemeinschaft Wald und Stadt Gunzenhausen zusammen.
Die Stadt plant zusammen mit der evangelischen Kirchengemeinde Wald und der Landeskirche, einen lebendigen, barrierefreien Treffpunkt für die Dorfgemeinschaft in Wald zu bauen. Das neue Dorf- und Familienzentrum soll den evangelischen Kindergarten, das Pfarrbüro und die Vereine unter einem Dach beherbergen. Der Vorhaben besteht aus zwei Gebäudeteilen, die über ein Foyer miteinander verbunden sind. Darin findet das Pfarrbüro Platz. Ein mit Holz verkleidetes Gebäude dient als Saal für Veranstaltungen, in einen mehrstöckigen Bau zieht der Kindergarten ein. Er erfüllt höchste energetische Standards. Dafür soll das bestehende in die Jahre gekommene, zu kleine und sanierungsbedürftige Gemeindehaus auf dem Grundstück im Herzen des Dorfs – in der Nähe von Schloss Falkenhausen – abgebrochen werden, um damit Platz für den Neubau machen. Durch die gemeinsame Nutzung der Gebäude durch Kirchengemeinde, Kindergarten und Vereine ergibt sich ein großer Mehrwert: Toiletten, Küche und der separate Raum für Veranstaltungen sind von allen nutzbar. „Der Neubau ist ein Musterbeispiel dafür, wie es gehen kann“, stellte Bürgermeister Karl-Heinz Fitz fest. „Wir schaffen dadurch einen Ort der Zusammenkunft. Damit entsprechen wir dem Wunsch einer lebendigen Gemeinde.“ Der Rathauschef bedankte sich bei der Kirchengemeinde, der Landeskirche, dem Amt für Ländliche Entwicklung Mittelfranken und seinen Mitarbeitern für die gute Zusammenarbeit.
„Tolle Projekte, die ausstrahlen“
Die ehemalige Stadtbaumeistern Simone Teufel erinnerte sich an die Anfänge im Jahr 2011, als die Idee des „Hauses der Kulturlandschaft“ im Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzept der kommunalen Allianz Fränkisches Seenland-Hahnenkamm einen ersten Impuls setzte. Danach wurde viel diskutiert, überlegt und wieder verworfen, bis im Jahr 2023 der Durchbruch kam – nach einer Vorstellung des Projekts im Stadtrat fiel der Grundsatzbeschluss für das Dorf- und Familienzentrum wie es nun zur Umsetzung kommt. „Ich bin so unendlich froh, dass es losgeht“, sagte Simone Teufel. Dekan Christian Aschoff freute sich ebenfalls über das Projekt, das viele unterschiedliche Akteure zusammenbringe. Und er wertete es als Chance für die Kirche, in die Gesellschaft hineinzuwirken. Die Attraktivität einer Tourismusregion hänge nicht zuletzt von den Menschen ab, die dort lebten und mit denen die Gäste in Berührung kämen, sagte Behördenleiter Wolfgang Neukirchner vom Amt für Ländliche Entwicklung Mittelfranken. „Die Lebensbedingungen dieser Menschen werden durch das Projekt entscheidend verbessert. Die Vereine, die Brauchtum pflegen und Veranstaltungen organisieren bekommen eine Heimat“, sagte der Behördenchef. „Diese Vereine und die Feste sind wichtige Aushängeschilder einer lebendigen Tourismusregion.“
Zur Finanzierung plant die Stadt, verschiedene Zuschüsse und Förderungen in Anspruch zu nehmen. Der zuwendungsfähige Anteil der Ländlichen Entwicklung am Projekt für den gemeinschaftlichen Teil der Anlagen, das bedeutet für den Abbruch der Altgebäude, den Neubau und die Außenanlagen beläuft sich auf rund 2.23 Millionen Euro. Das Amt für Ländliche Entwicklung Mittelfranken hat für diesen gemeinschaftlichen Anteil eine Zuwendung von rund 770.000 Euro in Aussicht gestellt. „Die Mittel kommen bei uns in der Fläche an. Die Projekte der Ländlichen Entwicklung sind immer tolle Projekte, die ausstrahlen“, darin waren sich die beiden Landtagsabgeordneten Wolfgang Hauber und Helmut Schnotz einig. Beide Politiker unterstrichen das gute Zusammenspiel von Staat, Kirche und Kommune.