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Europäischer Landwirtschaftsfond
Brücken, Plätze, Perspektiven: Drei Gemeinden holen über eine halbe Million Euro EU-Förderung

(09.06.2026) Burk/Weidenbach, Landkreis Ansbach. Thalmässing, Landkreis Roth – Marode Brücken, die wegzubrechen drohen, und triste Betonwüsten im Ort: Vor genau diesen Problemen stehen viele ländliche Gemeinden in Mittelfranken. Umso größer ist jetzt die Freude in Thalmässing, Burk und Weidenbach.

Knapp 514.000 Euro fließen aus dem europäischen ELER-Fördertopf in die Region. Wolfgang Neukirchner, Chef des Amts für Ländliche Entwicklung (ALE) Mittelfranken, reiste persönlich von Rathaus zu Rathaus, um die Zuwendungsbescheide zu übergeben. Hinter dem Kürzel ELER steckt der Europäische Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums – die wichtigste Finanzspritze der EU für ländliche Regionen.
Dass die drei Gemeinden das Geld bekommen, ist ein echter Hauptgewinn. Denn die Mittel werden in einem harten, bayernweiten Wettbewerb nach einem strengen Punktesystem vergeben. Nur die allerbesten Konzepte setzen sich durch – und Mittelfranken hat diesmal gleich dreimal abgeräumt.

Thalmässing: Doppeltes Glück und Rettung für die Schlossbrücke
In Eysölden im Landkreis Roth war die Freude groß: Bürgermeister Johannes Mailinger bekam von Behördenchef Neukirchner gleich zwei gute Nachrichten auf einmal überreicht. Die wichtigste: Ein Zuschuss von exakt 115.294,78 Euro für die Erneuerung der alten Straßenbrücke „Am Schloss“.
Hier ist höchste Eile geboten: Feuchtigkeit hat die Betonfundamente am Ufer unrettbar beschädigt, eine einfache Reparatur ist unmöglich. Ohne den rund 401.000 Euro teuren Neubau müsste die wichtige Ortsstraße irgendwann gesperrt werden. Das Geld rettet also nicht nur den Verkehr, sondern treibt auch die Dorferneuerung voran. Als Bonus brachte Neukirchner die offizielle Urkunde mit, die den Startschuss für die Dorferneuerung im Ortsteil Tiefenbach besiegelt.
Bürgermeister Mailinger betonte erleichtert: „Mit unseren 38 Gemeindeteilen brauchen wir einfach Unterstützung, sonst klappt es nicht. Bei immer knapperen Kassen ist dieses Geld für uns überlebenswichtig.“
Burk: Granitpflaster und Wohlfühloase statt Asphaltwüste
Wer vor dem Rathaus in Burk im Landkreis Ansbach steht, blickt aktuell noch auf eine unübersichtliche, graue Asphaltfläche. Das wird sich bald ändern: Mit einer Finanzspritze von 133.651 Euro baut die Gemeinde den kompletten Vorplatz für rund 335.000 Euro um.
Bis zum nächsten Jahr entsteht hier ein echter Wohlfühlort. Edles Granitpflaster wird das Areal rund um Kirche und Rathaus optisch aufwerten und das frisch renovierte, ehemalige Forsthaus richtig in Szene setzen. Die Planer ordnen die Parkplätze neu, pflanzen Bäume, stellen gemütliche Bänke und eine moderne E-Ladesäule auf. Im Winter soll der Platz als stimmungsvolle Kulisse für den Weihnachtsmarkt dienen. Bürgermeister Georg Held bedankte sich bei ALE-Behördenchef Wolfgang Neukirchner: „Ohne diesen Zuschlag hätten wir dieses Großprojekt schlichtweg niemals stemmen können.“
Weidenbach: Sanierungsoffensive für drei Brücken
In Weidenbach – ebenfalls im Landkreis Ansbach – fand die Übergabe passenderweise direkt auf der Brücke in Irrebach statt. Hier und in den Ortsteilen Kolmschneidbach sowie Weiherschneidbach hatte die letzte TÜV-Prüfung erhebliche Mängel an den Bachüberquerungen ans Licht gebracht.
Mit einem üppigen Zuschuss von 265.000 Euro macht die Marktgemeinde die drei Brücken jetzt fit für die Zukunft. Weidenbach nimmt dafür weit über eine halbe Million Euro selbst in die Hand. In Kolmschneidbach wird für rund 270.000 Euro die Fahrbahnplatte neu gebaut, damit dort künftig schwere 40-Tonner der Landwirtschaft sicher darüber rollen können. In Weiherschneidbach reicht eine Sanierung für 50.000 Euro.
Bürgermeister Willi Albrecht lobte die Zusammenarbeit mit dem Amt: „Ohne diese Förderung wären viele dieser Maßnahmen für uns schlicht unmöglich.“
Endspurt: Die Uhr tickt unaufhaltsam bis 2027
Trotz aller Freude gab Amtsleiter Neukirchner den Gemeinden auch eine wichtige Erinnerung mit auf den Weg: Sie müssen jetzt den Turbo zünden und die Ärmel hochkrempeln. Der Grund ist die europäische Bürokratie: Die aktuelle ELER-Förderperiode läuft im Jahr 2027 aus. Im Juli und Herbst dieses Jahres öffnen sich die allerletzten Auswahlrunden, bei denen Gemeinden noch Anträge einreichen können. Wie es ab 2028 weitergeht, weiß aktuell niemand – die EU stellt die Töpfe dann komplett neu auf. Neukirchners dringender Rat an alle Bürgermeister lautet daher: „Haltet das Tempo hoch und bringt die bereits gesicherten Projekte so schnell wie möglich auf die Straße.“

Fotos: Amt für Ländliche Entwicklung Mittelfranken, Abdruck honorarfrei