Dorferneuerung
Kindergarten zeigt grünen Daumen bei Pflanzaktion in Ickelheim

(27.11.2025) Bad Windsheim, Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim – Im Ortsteil Ickelheim ist die Dorferneuerung in vollem Gange. Der dritte Bauabschnitt, die neugestaltete Hauptstraße durch das Dorf, ist seit Herbst abgeschlossen. Und bevor der Winter sein wirklich frostiges Gesicht zeigt, haben Vorstandsmitglieder der Teilnehmergemeinschaft Ickelheim, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Amts für Ländliche Entwicklung Mittelfranken sowie Buben und Mädchen des Kindergartens „Hand in Hand“ zusammen mit zwei Erzieherinnen zum Spaten gegriffen. Wenn das Frühjahr dann im kommenden Jahr Einzug hält, sorgen in der Erde versteckte Blumenzwiebeln und frischgepflanzte Stauden für bunte Hingucker im Dorf. Über die junge Silberlinde mit ihren süßlich duftenden Blüten freuen sich in Zukunft in den Sommermonaten bestimmt Bienen und Hummeln.

„Neben der Straße – also die Randbereiche – da kann man nicht alles zubetonieren. Sonst ist alles grau“, erklärt Christian Schlötterer vom Amt für Ländliche Entwicklung Mittelfranken den Kindern. Er ist seit zwei Jahren für die Dorferneuerung in Ickelheim zuständig. „Wir pflanzen da was Schönes hin. Super, dass ihr uns helft“, sagt Schlötterer. Und wie. Mit viel Engagement sind die Buben und Mädchen des Kindergartens dabei: Sie graben das Loch aus für die Silberlinde, befestigen sie mit Schnüren an zwei Pfählen, verfüllen das Loch mit Erde und kehren am Ende die Straße. In zwei Beeten stehen die Stauden noch in ihren Plastiktöpfen. Mit kalten Fingern befreien die Kinder zusammen mit den beiden Fachfrauen Anja Emmerich-Marwan und Anja Fohrer vom Amt für Ländliche Entwicklung Mittelfranken die Pflanzen und graben sie ein. Bei Anja Fohrer vom Sachgebiet Landespflege laufen die Fäden zusammen, was das Pflanzen angeht. Sie plante die beiden Beete. „Mir ist es wichtig, dass jedes Dorf seinen eigenen Charme und Charakter entwickelt, was durch eine einzigartige und dorfgerechte Bepflanzung gut gelingt“, erzählt Anja Fohrer. „So wurden in Ickelheim Pflanzen verwendet, welche Insekten und andere Kleinstlebewesen das ganze Jahr über begleiten und unterstützen. Beispielsweise die Blüten, welche lange blühen und dadurch Nahrung bereitstellen. Oder die Stiele und Stängel, worin Insekten hervorragend überwintern können.“
Buddeln macht Spaß
Auch das Saatgut ist in Ickelheim besonders – und zwar wächst in den Randbereichen der Straßen ein sogenannter Klimarasen. Er benötigt weniger Wasser, erhitzt sich weniger und kühlt die Umgebung durch Verdunstung. Außerdem bieten die Blumen und Kräuter des Klimarasens Nahrung und Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge und viele andere Insekten. „Besonders wichtig ist hier die Pflege, ganz nach dem Motto ‚weniger ist mehr‘ brauchen die Grünflächen nur zweimal jährlich gemäht werden. Somit spart diese Saatgutmischung Arbeitszeit, Geld und Wasser“ schildert Anja Fohrer.

Wo eine umfassende Dorferneuerung läuft, gibt es eine Teilnehmergemeinschaft. Sie setzt sich aus Grundstückseigentümern zusammen und spielt eine aktive Rolle, in dem sie Maßnahmen mit plant und durchführt. Von der Teilnehmergemeinschaft dabei sind: die Örtlich Beauftragte Erika Hirsch und Ehemann Ernst, Pflanzmeister Hans Schönleben, Reinhold Krebelder und Helmut Holzschuher vom Verband für Ländliche Entwicklung Mittelfranken. Seit 2016 mischt Erika Hirsch als Örtlich Beauftragte mit in Ickelheim. Sie freut sich über jede Pflanze, die in die Erde kommt und hat über alle einen wachsamen Blick – vor allem in den Sommermonaten, wenn sie mit dem Fahrrad unterwegs ist. „Ich finde es super, dass die Kinder mithelfen. Denn genau für die Generation machen wir das alles“, sagt Erika Hirsch. Am Ende gibt es von ihr als Dankeschön für die Buben und Mädchen eine Mandarine und einen Schokonikolaus am Stiel – spendiert hat die Naschereien eine Nachbarin. Und wie war es für die Kinder? „Mir hat es großen Spaß gemacht“, erzählt der fünfjährige Jannis. „Vor allem das Buddeln hat mir gefallen.“ Und wenn der Bub in Zukunft durch die Hauptstraße Richtung Oberes Tor läuft, dann schaut er bestimmt mit einem anderen Blick auf die neuangelegten Beete.

Fotos: Amt für Ländliche Entwicklung Mittelfranken