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(02.04.2026) Heidenheim, Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen – Geschichte zum Anfassen, Kunst zum Nachdenken und ein starkes Zeichen der Gemeinschaft: Am vergangenen Wochenende erwachte der Walburgaweg mit insgesamt zwölf Stationen zum Leben. Unter strahlend blauem Himmel feierten zahlreiche Gäste aus Politik, Kirche und Kultur gemeinsam mit den Bürgern die Einweihung des Walburgawegs. Es ist mehr als nur ein Wanderweg – es ist eine Einladung, in die Fußstapfen einer der beeindruckendsten Frauen des 8. Jahrhunderts zu treten.
„Wir schreiben heute ein neues Kapitel für diesen Ort“, verkündete Reinhold Seefried, Geschäftsführer des Klosters und Motor des Projekts, sichtlich stolz. Es holt Walburga genau dorthin zurück, wo ihr Wirken begann: nach Heidenheim. Gemeinsam mit ihrem Bruder Wunibald gründete sie hier einst das Benediktinerkloster und leitete als erste Frau ein Doppelkloster – eine Sensation für die damalige Zeit. Heute verbindet der neue Rundweg, der am Kloster Heidenheim startet, diesen historischen Mut mit der Zukunft der Region.
In seinem Grußwort betonte Wolfgang Neukirchner, Leiter des Amts für Ländliche Entwicklung (ALE) Mittelfranken, die tiefe Verwurzelung der Behörde mit der Region. Seit vielen Jahren unterstützt das Amt die Marktgemeinde Heidenheim und das Klosterareal mit verschiedenen Instrumenten – von den Dorferneuerungen in Heidenheim und Degersheim über das Projekt „boden:ständig“ am Hahnenkammsee bis hin zur interkommunalen Zusammenarbeit in der Integrierten Ländlichen Entwicklung Fränkisches Seenland-Hahnenkamm. Auch Projektleiter Markus Früh vom ALE, der seit Jahren in der Marktgemeinde im Einsatz ist, kam zur feierlichen Einweihung nach Heidenheim.
Besonders hob Neukirchner die dritte Station „Aufbruch“ hervor. Das dort installierte Steinschiff fungiert gleichzeitig als Abschluss-Denkmal für die Dorferneuerung in Heidenheim. „Jede Dorferneuerung ist auch ein Aufbruch in eine neue Zeit“, erklärte Neukirchner. Der Walburgaweg zeige eindrucksvoll, dass Kultur im ländlichen Raum nicht nur möglich, sondern für die Lebensqualität und Identität der Menschen unerlässlich sei. Der Weg biete den Menschen einen Ort der Stille und Einkehr, so der Behördenchef. Ein besonderes Lob zollte er dem Projektverantwortlichen Reinhold Seefried sowie allen beteiligten Akteuren – von der Ideengeberin Pfarrerin Christiane Rabus-Schuler über den Freundeskreis Kloster Heidenheim bis hin zu den Sponsoren wie dem Lions Club und der Hirschmann-Stiftung.
Unter dem Motto „Ihr Geist soll nicht in Vergessenheit bleiben – ihr Geist soll lebendige Gegenwart sein“ haben renommierte Künstlerinnen und Künstler einen Pfad geschaffen, der weit über klassische Infotafeln hinausgeht. Ob die Station „Wurzeln“, die uns nach der eigenen Heimat fragt, oder „Aufbrechen“, die Walburgas riskante Reise aus England thematisiert: Jede der zwölf Stationen ist eine moderne Kunstinstallation, die zum Innehalten zwingt. Das Beste daran? Der Weg ist rund um die Uhr für jeden offen.
Was diesen Weg so besonders macht, ist das Miteinander. Hier ziehen alle an einem Strang – egal ob evangelisch oder katholisch. Dass Schwestern aus dem Kloster St. Walburg in Eichstätt sowie Vertreter beider Konfessionen gemeinsam feierten, unterstreicht die tiefe Verbundenheit der Region.
Den emotionalen Höhepunkt bildete die Segnung am „Heidenbrünnlein“. An der stärksten Quelle des Hahnenkamms, wo Legenden zufolge einst die ersten Taufen stattfanden, reichten sich der ehemalige Dekan Klaus Kuhn und der katholische Pfarrer Peter Wyzgol die Hände. Ein Gänsehautmoment, der zeigt: Walburgas Erbe verbindet auch heute noch Menschen über Grenzen hinweg.
Nach dem offiziellen Teil verwandelte sich der Kreuzgang des Klosters in einen lebendigen Marktplatz der Begegnung. Bei Kaffee, hausgemachtem Kuchen und angeregten Gesprächen ließen die Besucher den Tag ausklingen.