Waldneuordnung
Ein starker Forst für morgen: Obersteinbachs Wald schlägt neues Kapitel auf
(20.05.2026) Abenberg, Landkreis Roth – Ein Strukturwandel im Forst und ein Paradebeispiel für gelungene Zusammenarbeit: Weil immer weniger landwirtschaftliche Betriebe den alten Genossenschaftswald im Ortsteil Obersteinbach gemeinschaftlich pflegen konnten, setzte die Waldgenossenschaft im Herbst 2017 eine Initialzündung. Das Ziel: Eine Aufteilung der Flächen für eine sinnvolle, zeitgemäße Bewirtschaftung. Das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) Mittelfranken weitete das Gebiet einvernehmlich mit den Eigentümern auf 51 Hektar aus, um auch die umliegenden Privatwälder neu zu strukturieren.
Insgesamt 44 Teilnehmer brachten ihre Grundstücke ein, woraus die Planer 37 maßgeschneiderte, neue Besitzstände formten. Basis für die gerechte Verteilung von Baum- und Bodenwerten bildete ein detailreiches forstwirtschaftliches Gutachten des Sachverständigen Markus Schömig, unterstützt durch die Experten Manfred Knab und Johann Lotter. Das Ergebnis spricht für sich: Kein einziger Waldbesitzer erhob Widerspruch gegen die neue Aufteilung.
Damit die Eigentümer ihre Parzellen künftig optimal erreichen, floss mit rund 100.000 Euro fast die Hälfte des Gesamtbudgets in den Wegebau. Zudem legten die Arbeiter neue Vorflutgräben an und schufen Biotope für den Naturschutz. Den Flächenbedarf von 4,5 Hektar für die neuen Wege und Naturflächen deckten die Waldgenossen komplett selbst ab, während die Stadt Abenberg die öffentlichen Flächen bereitwillig übernahm. Um die gestiegenen Baukosten abzufedern, hob das ALE Mittelfranken das Förderbudget von 75.000 Euro auf stattliche 138.000 Euro an. Das entspricht einem Satz von 75 Prozent. Die restlichen Eigenleistungen von rund 46.000 Euro übernahm die Waldgenossenschaft. „In der Summe ein rundum gelungenes Verfahren“, betonte Projektleiter Wolfgang Pfrogner vom ALE Mittelfranken bei der Abschlussfeier der Waldneuordnung im Dorfgemeinschaftshaus in Obersteinbach. Seit dem Sommer 2025 sind die neuen Besitzverhältnisse auch im Grundbuch offiziell besiegelt.
Schutz gegen ungemütliche Zeiten
Abteilungsleiter Markus Dohrer vom Amt für Ländliche Entwicklung Mittelfranken lobte bei den Feierlichkeiten im Dorfgemeinschaftshaus den unermüdlichen Einsatz vor Ort: „Ich bedanke mich herzlich bei allen Beteiligten, die dieses Verfahren zu einem so positiven Abschluss geführt haben. Damit sind ideale Voraussetzungen für eine klimaresiliente Waldbewirtschaftung geschaffen. Für die anstehenden Arbeiten im Forst wünsche ich stets Unfallfreiheit“, stellte Markus Dohrer fest. Auch Abenbergs Bürgermeisterin Susanne König unterstrich das enorme ehrenamtliche Engagement der Akteure. Als symbolischen Schutz gegen ungemütliche Zeiten und als dickes Dankeschön für den jahrelangen Einsatz überreichte sie allen Vorstandsmitgliedern und deren Stellvertretern einen praktischen Regenschirm.