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Dorferneuerung
Erst Fundort, jetzt Festplatz: Schweinsdorfs neue Mitte lebt

(15.05.2026) Neusitz, Landkreis Ansbach – Wo vor kurzem noch Archäologen nach der jahrhundertealten Geschichte des Ortes gruben, feiert die Gemeinde heute die Gegenwart: Schweinsdorf hat mit einem Festakt den neu gestalteten Platz in der Ortsmitte eingeweiht und damit die jahrelange, erfolgreiche Dorferneuerung gekrönt. Nach einer Bürgerbefragung steht nun auch der Name fest: Ottilienplatz. Er ergänzt das benachbarte Dorfgemeinschaftshaus als neues Zentrum der Gemeinde.

Bürgermeister Manuel Döhler sprach in seiner Festrede von einem „Meilenstein der Gemeindegeschichte“. Den Startpunkt markierte bereits 2002 der Grundsatzbeschluss des Gemeinderates für die Innenentwicklung, gefolgt von der offiziellen Anordnung der Dorferneuerung im Jahr 2009. Als das ortsansässige Gasthaus schloss, fügten sich die Puzzleteile laut Döhler zu einem stimmigen Gesamtkonzept zusammen. Neben dem neuen Dorfplatz entstanden so neun moderne Wohnungen im ehemaligen Wirtshaus und ein Versammlungsort in der alten Scheune. Das ambitionierte Gesamtprojekt umfasst zudem drei Bauplätze, Parkplätze sowie die barrierefreie Erschließung und Erweiterung des Friedhofs.
Dass die Tiefbauarbeiten zu einem echten Krimi für Archäologen wurden, verzögerte zwar den Zeitplan, lieferte aber faszinierende Einblicke in die Historie. Bei den Ausgrabungen kamen unter anderem ein spätmittelalterliches Kachelfragment mit einer Meerweibchen-Darstellung und ein massiver Holzpfosten aus dem Jahr 1128 zum Vorschein. Letzterer deutet auf einen historischen Vorgängerbau der heutigen Kirche hin. Trotz der Herausforderungen betonte Döhler stolz: „Ich freue mich riesig, dass wir diesen Dorfplatz nach zehn Jahren intensiver Bautätigkeit endlich offiziell seiner Nutzung übergeben und damit unser gemeindliches Großprojekt vollenden.“

„Raum für etwas Neues entstanden“
Einen besonderen Dank richtete der Rathauschef an das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) Mittelfranken. Namentlich hob er den ehemaligen Vorsitzenden der Teilnehmergemeinschaft, Hubert Rebhan, sowie dessen Nachfolger Klaus Hochreiner hervor, die das Projekt mit viel Herzblut unterstützt hatten. Anerkennung galt auch dem Gemeinderat, Vorgänger Rudi Glas sowie dem bayerischen Heimatministerium für das Preisgeld aus der Auszeichnung „Heimatdorf 2023“ in Höhe von 60.000 Euro. Auch der stellvertretende Landrat Stefan Horndasch lobte die geschlossene Teamleistung: Schweinsdorf zeige eindrucksvoll, wie moderne Innenentwicklung funktioniere, indem sie den Ortskern stärke, statt neue Flächen auf der grünen Wiese zu versiegeln.
Wolfgang Neukirchner, Leiter des ALE Mittelfranken, unterstrich die Bedeutung des Projekts, das seine Behörde von Beginn an begleitete. Das Amt steuerte für die Platzgestaltung rund 300.000 Euro an Fördergeldern bei – bei förderfähigen Gesamtkosten von über 527.000 Euro. Insgesamt flossen bereits rund 1,1 Millionen Euro an Zuschüssen nach Schweinsdorf.
Dass für den neuen Dorfplatz alte Gebäude weichen mussten, habe sich gelohnt, stellte Neukirchner fest: „Auf einmal ist Raum für etwas Neues entstanden. Wir erfüllen damit den wichtigsten Kernauftrag der Dorferneuerung: Wir fördern die Gemeinschaft durch innerörtliche Kommunikations- und Freiräume. Die investierten Mittel sind hervorragend angelegtes Geld.“
Den kirchlichen Segen spendete Pfarrer Markus Dörrer, der die Brücke zur Namenspatronin schlug: Die heilige Ottilie gilt als Schutzheilige des Augenlichts. Da der Platz direkt an die Kirche Sankt Ottilia grenzt, verbindet er ab sofort die Geschichte des Ortes mit einer lebendigen Gegenwart. Die Blaskapelle Linsenspitzer aus Ochsenfurt sorgte schließlich musikalisch für ausgelassene Stimmung unter den zahlreichen Festgästen.